Tabulos

Die Medien berichteten in den vergangenen Tagen vom Skandal Politiker Berlusconi. Diesmal allerdings nicht von einer neuen politischen Misere sondern von seiner Vorliebe für junge Mädchen. Seine Ehe steht vor dem Aus, weil Senior Berlusconi eine 18jährige italienische Schönheit seiner Familie vorzieht. Die Gründe dafür entziehen sich unserer Kenntnis, aber jeder von uns kennt das Klischee vom älteren Herren mit einer Affinität zu „jungen Dingern“. Was allerdings erst allmählich gesellschaftsfähig wird, ist die Vorliebe von jüngeren Männern zu älteren Frauen. Dabei glaube ich, dass hierin ein moralischer Vorzug zu erkennen ist!

Dazu ein Beispiel: 
Neulich traf ich mich bei einem Besuch in der Heimat mit meinem Freund Sebastian, den ich noch aus Schulzeiten kenne. Gemeinsam haben wir das eine oder andere „Gebiet“ erforscht. Bei einem gemütlichen Plausch, der mal wieder bis tief in die Abendstunden ging, erzählten wir uns all das, was wir vom anderen verpasst hatten. Und ich merkte bald, dass ich bei Sebastian so einiges verpasst hatte! Denn neben seinen bekannten Hobbys erzählte er mir von einer ganz neuen Vorliebe. Denn mein lieber Sebastian, der Traum aller Schwiegermütter (er ist höflich, unterhaltsam, nicht aufdringlich etc.), hat einen ausgeprägten Faible für ältere Frauen! Sein Beuteschema ist Mitte 40, er hat gerade seinen 25. Geburtstag gefeiert. Seine Liebsten nennt er „reif“ und gerät regelrecht ins Schwärmen, als er mir von seinem jüngsten Abenteuer erzählt. Er war Tango tanzen mit der Mutter eines Kommilitonen. Und die hat ihn im Anschluss nach allen Regeln der Kunst vernascht. Und jetzt treffen sich die beiden häufiger. Wenn sie zwischen der Arbeit gerade mal eine Stunde Zeit hat oder auf dem Weg zur Schule ist, wo sie ihre Tochter abholt.

Aber ich will natürlich alles wissen. Wann er das erste Mal etwas mit einer „Mutti“ hatte, wie er sie auch liebevoll nennt. Die erste „reifere“ Frau war die Mutter einer seiner Nachhilfeschüler (er war 21 und sie 40). Man kann jedoch nicht sagen, dass die Initiative von ihm ausgegangen wäre. Um ehrlich zu sein, hatte sie ihn zum ersten Mal nach Strich und Faden verführt. Sie war geschieden, also waren beide Singles und somit stand dem Ganzen nichts im Wege. „Mutti 1.0“ (so nannte Sebastian sie vor mir, da ich mir Namen so schlecht merke) hatte ihn an einem Nachmittag zur Nachhilfe kommen lassen. Kaum war die Nachhilfe zu Ende, hatte die Schwester von Mutti 1.0 ihre Tochter abgeholt und die beiden waren gänzlich allein. Die Affäre ging dann über 1 Jahr, wobei das Ganze ein etwas unschönes Ende genommen hat. Die Kleine hatte die beiden erwischt, als ihre Mutti vor ihm kniete…

Darauf folgten weitere Bekanntschaften mit älteren Frauen. Ihm wurde schnell klar, dass das ganze kein Ausrutscher war; es entwickelte sich zu einer Vorliebe. Beziehungen zu einer gleichaltrigen Frau hatte er seitdem nicht mehr. Nicht ohne guten Grund, wie Sebastian findet. Denn die Vorzüge von reifen Frauen liegen auf der Hand, wie ich dann auch einsehen musste. Sie haben mehr Erfahrung, sie sind unabhängig, stehen mit beiden Beinen im Leben und sind wahrhaft „starke“ Frauen. Was mein lieber Sebastian besonders herausstellt, sind die interessanten Gespräche die man mit ihnen führen kann. Und nicht zu vergessen, der Sex ist auch wesentlich besser. Kriterien für eine sexuell anziehende Frau sind für Sebastian nicht 90/60/90 und Wasserstoffblond, sondern die inneren Werte. Eine Frau, mit der er nicht auch ein Gespräch führen kann, kommt ihm nicht unter die Decke. Also eine Einstellung, die gegen das gängige Klischee vom Aufreißer-Macho geht. Keine schnelle Nummer, mit einem naiven Dummchen, sondern echt geforderter Anspruch. Aber es geht, und das sagt mir Sebastian ganz deutlich, schlicht und ergreifend um Sex. Eben kein Sex nach der platten Art und nicht bloße Triebbefriedigung. Warum Sebastian sich zu reifen Frauen hingezogen fühlt, konnte er mir nicht beantworten. Was er mir aber sagen konnte war, warum er den Sex einer Beziehung gerade vorzieht:

„Ein weiterer entscheidender Punkt ist, dass ich meine große Liebe verloren habe. Seitdem vergleiche ich jede Frau, die ich kennen lerne, mit ihr und wenn ich schon mein Herz nicht verschenken kann und will, warum dann nicht wenigstens guten Sex haben?!“ Und den hat man, laut Sebastian, eben mit reifen Frauen. „Ich weiß nicht wie weit meine Erfahrungswerte zu verallgemeinern sind, aber Frauen in meinem Alter sind wohl eher ein bisschen verklemmt oder haben nicht den Mut, um im Bett hemmungslos zu sein. Auf jeden Fall hat mich eine Frau in meinem Alter noch nie an den Eiern gepackt und gesagt: „Jetzt zeig ich dir mal wo es lang geht!““

Ich hoffe ja, dass die Welt mehr solche Männer in sich birgt die zeigen, dass der Mann zwar schwanzgesteuert ist, aber das trotzdem mit Niveau verbinden kann. Hierin meine ich auch den moralischen Vorzug zu erkennen, der im Gegensatz zum älteren Herren mit Faible für junge blonde Mädchen steht. Denn hierin erkenne ich echten Anspruch, Niveau und keinen feiges Machtgehabe. Und so wie es aussieht, scheint dieses Prinzip Neider im Macho-Kreis zu haben. Denn Sebastian berichtet mir von seinen „Jungs“ (die ich selbst noch all zu gut kenne und bezeugen kann, wie viel sich die werten Herren auf ihre Quoten der flachgelegten Frauen einbilden) und von dem Neid der aus ihren Augen tritt, wenn er von seinem Sexleben erzählt. Obwohl man diesen Herren wohl nicht zu erklären braucht, dass ein gutes Gespräch vor dem Sex wunderbar entspannend wirkt und einem den Gegenüber vertraut macht, so dass man viel leichter alle Hemmungen fallen lässt und den Mann auch irgendwann mal empfängt mit einem Hauch von Nichts bekleidet und sich ohne Worte auf die Knie sinken lässt und gerne tut, was Mann so gerne hat.

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