Rehab

“Ich soll was?” Mein Mund entgleitet mir, meine Augen weiten sich. Mit offenem Mund schaue ich meinen Therapeuten an und kann nicht glauben, was er mir da gerade vorschlägt. Oder eher, was er von mir fordert.

“Ich möchte, dass Sie sich in einen Entzug begeben!” Mit strengem Blick schaut er mich an. Er entweicht nicht meinem Blick, seine Augen durchdringen meine. Ich halte seinem Blick mit all der Wut die ich gerade in mir habe, Stand. Aber er gewinnt. Nrevös starre ich auf meine Hände, deren Finger sich ineinander verknoten und in sich verwühlen wie ein Lindwurm. 

Das kann einfach nicht sein Ernst sein! Ich in den Entzug? Warum? Es läuft doch alles gut. Ja, ok, ich bin oft ziemlich am Ende mit meinen Nerven, liege am helllichten Tag im Bett um in die Kissen zu weinen und zu schreien. Aber ich komme doch immer wieder auf die Beine. Ja gut, dafür brauche ich oft jede Menge Tabletten und ich kann mich kaum erinnern, wann es mal einen Tag gab an dem ich keine Tabletten genommen habe, aber ich nehme doch nie so viel. Wenn ich an Christiane denke und wieviele Tabeletten sie geschluckt hat. Täglich. Dagegen bin ich doch ein Waisenkind. Was soll ich denn in einem Entzug? Zwischen all den bekloppten Junkies. 

Mein Hirn läuft auf Hochtouren und sucht krampfhaft nach Argumenten, die ich ihm entgegenschmettern kann. ICH BIN KEIN JUNKIE!

“Jetzt schauen Sie doch mal.” Beginnt er, nun mit einer versöhnlichen Stimme.

“Sie sind seit Monaten mit den Nerven runter. Zwischen den wenigen Hochtagen liegen so viele tiefe Tage. Sie haben sogar angefangen sich zu ritzen…”

Wieder reisse ich die Augen auf. Was hat DAS denn jetzt mit den Tabeltten zu tun? Und überhaupt, ich nehme die Tabeletten doch nur wegen meinen schwachen Nerven. Ich bräuchte die gar nicht, wenn meine Nerven und mein Körper nicht so schwach wären.

“Wissen Sie noch warum Sie hierher gekommen sind?”

Beschämt schaue ich zu Boden

“Keine Ahnung!” Erwidere ich trotzig, obwohl ich genau weiß warum.

“Es ist doch kein Wunder das ich so fertig bin! ich hab mein Baby verloren! Natürlich geht es mir da eine ganze Zeit lang schlecht. Und da brauche ich eben auch was, dass mir all diese bösen Gedanken und diese Schmerzen nimmt. Aber das dauert doch nicht ewig. Das geht von ganz alleine wieder vorbei, das weiß ich sicher!”

“Schauen Sie im Entzug hätten Sie Zeit zu sich zu kommen. Sie könnten sich von dieser schwierigen Zeit, die sie hatten, erholen. Das wäre doch ein großer Gewinn?! Natürlich braucht es Zeit über ein solches Trauma hinweg zu kommen, aber das geht doch am Besten mit Hilfe”

Verdammt, dieser Gedanke ist tatsächlich nicht so abwegig. Aber ich will nicht in so eine verdammte Klinik!

Rrrrrrring. Mist mein Telefon. Wer kann das jetzt sein? Hektisch greife ich nach meiner Tasche und wühle darin nach meinem Handy. Mist, Portemonaie, Taschentücher, ein Buch, Lippenstift aber wo ist das Handy? Hinter 5 alten Rotzfahnen hat es sich versteckt. Ich packe danach und hole es heraus. Es ist mein Dad. Den kann ich nicht wegdrücken. Er ruft eh so selten an. Ich gehe dran und sehe im Augenwinkel die rollenden Augen meines Therapeuten.

“Hey Dad”

“Mein Mädchen, wie geht es Dir?”

“Gut Dad danke, ich bin gerade bei meinem Therapeuten und…”

“Ach bei dem Quacksalber. Lass Dir von dem bloß keine Dummheiten einreden. Das ist doch alles Quatsch was diese Hirnwäscher einem alles einreden wollen. Du bist gesund mein Mädchen! Du hast doch alles was Du wolltest. Erfolg, Menschen die Dich lieben, eine tolle Wohnung. Was will er Dir denn erzählen hä? Das Du krank im Kopf bist? So ein Schwachsinn! Du bist völlig in Ordnung genau so wie Du bist! So und jetzt sag das diesem Heini genau so und und hau da ab, hörst Du? Lass uns lieber später etwas Schönes essen gehen. Ich wollte Dir noch Phil vorstellen. Der kann Dir helfen da hin zu kommen wo Du schon immer hin wolltest. Das kann so ein Psycho-Heini nicht. Also mein Schatz bis später.”

Er legt auf. Zögernd nehme ich das Handy von meinem Ohr. In diesen kurzen Sekunden die es daurt mein Handy wieder in der Tasche zu verstauen, rattert mein Gehirn auf Hochtouren. Verdammter Entzug, Erholung, Tabletten, nie wieder welche nehmen dürfen, meine Schmerzen und all diese bösen Gedanken die mich oft überkommen. Nie wieder Tabletten nehmen. Verstörte Junkies auf einen Haufen gepfercht, fremde Betten, fremde Gerüche, Schwestern, Ärzte, Blut in Kanülen, scheußliches Kantinen Essen, all die verlorene Zeit, nie wieder Tabletten. Nie wieder Tabeletten…. Nein! Nein verdammt! Ich will das nicht! Ich habe keinen Zeit für diesen Quatsch. Ich will meine Tabletten! Ich will sie und ich bin nicht verrückt!

“Also wissen Sie Doc, das ist doch alles gequirlte Kacke die Du mir da erzählst! Du willst nur dieser verdammten Klinik einen neuen teuren Patienten bringen. Aber ich mach da nicht mit. Ich bin vollkommen in Ordnung! Ich hab nur manchmal schwache Nerven aber deswegen bin ich kein schlechter Mensch! Ich bin sogar ein guter Mensch! Viel besser als die meisten anderen. Schauen Sie sich doch all die Psychopathen im Bundestag an. Denen würde auch niemand empfehlen in den Entzug oder in die Klappse zu gehen. Obwohl die wirklich Menschen schaden. Aber ich? Was tu ich schon anderen Menschen? Gar nichts tue ich denen außer Gutes. Also stecken Sie sich ihren verfickten Entzug an den Hut und lassen mich in Ruhe!”

Ich springe auf, fast falle ich vorn über vor lauter Energie die mich nun nach vorne treibt, und rausche aus dem Zimmer. Die konsternierten und traurigen Augen meines Therapeuten fallen mir erst viel später ein. Und sie werden mich noch verfolgen.

Aber für diesen Moment ist mir das egal. Ich will nur hier raus!

About a girl

Holger Morbach
(Künstler: Holger Morbach)

 
Ich traf Dich am Haus, wo die Hyazinthen blühen. An einem lauen Sommerabend.

Langsam kam ich den Berg hinauf, und sah das Haus durch einen Blütenregen. Die Krokusse verloren bereits ihre Blätter und wehten mir um die Nase.

Je näher ich dem Haus kam, umso stärker wurde der Duft der Hyazinthen. Tief sog ich ihn ein, berauschte mich an diesem Wohlgeruch.

Drinnen feierte man bereits das Fest, zu dem ich geladen wurde. Ich kam allein, all meine Freunde waren bereits dort. Doch ein mulmiges Gefühl beherrschte meinen Bauch. Ob ich Dich ahnte? Oder ob ich bloß ungern alleine in einen Raum voller Menschen kam? Wer wird es je erraten?

Auf dem Treppenabsatz hielt ich kurz inne. Atmete noch einmal das betörende Parfum der Hyazinthen ein, Schloss die Augen und träumte mich damit ins Paradies.

Nur langsam streckte ich meine Finger nach der Tür aus. Ich hatte den Widerstand einer geschlossenen Tür erwartet, doch sie war nicht im Schloss. Erschrocken das sie sich so leicht öffnen ließ machte ich die Augen auf. Hinter der Tür war ein reges Treiben von Lachen, Musik, Worten, Beisammensein.

Einsamkeit wurde hier zum leeren Wort. Für diesen einen Abend existierte sie nicht, konnte weder Ruhe noch Schwermut schenken. Wieder atmete ich tief ein, um diesen Moment mit allen Sinnen zu erleben. Um jede mögliche Erinnerung tief in mein Herz einzuschließen.

Ein Blick schweifte durch den Raum. Lauter wundervolle Menschen, die aus ihrem Inneren vor Lebensfreude sprühten. All die Schönheit verschlug mir den Atmen. Gab es den Himmel wirklich, hier auf Erden? Ich glaubte ihn gefunden.

Nach einigen Stunden saß ich mit einem Freund auf dem Balkon. Ein taubenblauer Holzzaun begrenzte ihn. Große Kübel mit Hortensien und Hyazinthen schmückten das Bild, das sich bot.

Wir tranken Wein, der bereits in unseren Köpfen wirkte. Ein leichter Nebel hatte sich unserer Sinne bemächtigt und ein woliges Kribbeln lag in unseren Mägen. Wir ließen unsere Gedanken schweifen, umrundeten so die Welt und die Menschen. Was zählte war das Gefühl, nicht die Fakten.

Leise hörte ich dann die Holzdielen knacken. Aus dem Gespräch wendete ich meinen Kopf in deine Richtung. Wie aus dem Nichts standest Du jetzt vor mir. Als würdest du warten wollen. Deine Blicke irrten hektisch umher, bis ich sie auffing und festhielt. Nur einen Moment. Aber es reichte um uns zu verbinden, nur für diesen Moment.

Später saßt Du neben mir. Wir tranken Wein und ich genoss diese goldene Zeit. Ich war gefangen davon, wie einfach es mit Dir war. Wie leicht die Zeit verrann.

Wie lange hatte ich von einem Menschen geträumt, der mir sein Ohr leiht, so wie Du es tatest. Ohne Eigennutz, ohne Neugier. Dein stilles Zuhören war so aufrichtig interessiert. Dein Blick schien jedes Wort richtig zu verstehen. Niemals hatte ich mich so wohl gefühlt zu reden. Zu sprechen über mich und meine Belange. Niemals habe ich mich so frei dabei gefühlt. Völlig ohne Hast und ohne Angst zu langweilen.

Endlich den Worten einmal freien Lauf lassen, als würde man nach langer Zeit einen Staudamm aus dem Flussbett nehmen.

Dieser Abend hätte niemals enden sollen! Ich wollte mich mit Dir bis ans Ende der Welt träumen.

Doch er fand ein Ende, dieser Abend. Viel zu jäh begannen die frühen Vögel zu singen, schickte die Sonne ihre ersten Strahlen auf uns nieder. Mittlerweile saßen wir schweigend nebeneinander. Lauschten dem Morgen und trieben auf dem Rausch des Weines und der Nacht.

Wenig später verabschiedeten wir uns. Kurz. Eine flüchtige Umarmung, ein scheuer Blick zum Schluss und Du warst verschwunden. Als wärest Du nur ein schöner Traum gewesen. Selbst die Erinnerung an dich liegt wie in weiter Ferne. Doch Du hast mir das Tor zu meinem Paradies geöffnet in dieser Nacht.

In dieser Nacht, die 6 Jahre gedauert hat!

Und als sie endete, bist Du gestorben. Hast Dir das Leben genommen. Bist voraus geeilt, in das Paradies, von dem wir immer träumten.

Still und leise bist Du mir entschlichen. Lässt mich zurück im Nirwana aber nicht ohne mir das Himmelreich gezeigt zu haben.

Mit Dir war das Leben wie ein Tanz, wie ein einziger Sommertag, taumelnd auf einer Blumenwiese. Deine Gedanken waren meine Gedanken, Deine Freude war die meine und meine Augen weinten Deine Tränen.

Nun denke, lache und weine ich wieder für mich allein.

Einsam ist´s so ohne Dich, ich kann nur sagen ich vermisse Dich!

Vielleicht sitzt Du jetzt vor dem Hyazinthen Haus. Lässt Dich betören von seinem wunderbaren Duft und schwelgst nun in Ewigkeit in diesem goldenen Moment. Vergiss bitte nicht, Dich hin und wieder umzusehen. Denn eines schönen Tages werde ich wie aus dem Nichts vor dir stehen…

 

 

 

 

Dumb

Holger Morbach
(Künstler: Holger Morbach)

Hab´n Mädchen in meinem Arm, das mir ununterbrochen irgendwelche Scheisse von Tönungscreme und what the hell ever erzählt. Fuck, was tut man sich nicht alles an, nur für ein bisschen Spaß. Ganz fest krallt sie sich mit ihren pinken fake Nägeln in meinen Rücken. Sicher hat mein Shirt später Löcher. Verdammte Fotze, lass mich los. Ich schaue auf sie hinab und grinse ihr mein süssestes Lächeln entgegen. Ich kann förmlich spüren wie sie darunter schmilzt.

“Hey Baby” raune ich ihr zu “findest de die Party nich auch langweilig?” Sie himmelt mich nur an und grinst so dämlich, als wäre ihr grade irgendein verdammter Heiliger erschienen.

“Komm lass uns zu mir gehn.” Sage ich noch zu ihr und ziehe sie schon mal in die richtige Richtung. Scheiss Strand Partys. Sind wirklich für nichts gut, außer Drogen und Fotzen klar zu machen.

Auf der Strand Promenade sehen wir noch die Sonne glutrot im Meer unter gehen. Die kleine Mieze bleibt natürlich direkt stehen und fängt mit so scheiss Romantik Kram an. “Oh guck doch wie unglaublich schöön das aussieht…” säuselt sie in mein Ohr. Schnell hake ich sie unter und ziehe sie weiter. Verdammt ich will vögeln, nich schnulzen. Dafür is sie einfach nich geil genug.

Endlich sind wir bei mir und sie hört nicht auf mir ne Kassette ins Ohr zu drücken. Immerhin kann man sich hier von den letzten Sonnenstrahlen abschotten.

“Ui, hier ist es aber finster. Sind wir in einer Gruft?” Lässt sie mich selten dämlich wissen.

“Du willst Licht Baby?, Na dann greif mal in meine Tasche und schau dir meine Taschenlampe an.”

“Ja, zeig mal.” Und tatsächlich, sie fällt auf den ältesten Aufreisser Witz rein und fängt an in meiner Tasche zu wühlen. Eine Taschenlampe findet sie dort nicht aber meine Lampe ist mindestens genau so hart und leuchten tut die… Das sage ich ihr auch und sie macht ganz große Augen vor lauter Begeisterung über so viel Leuchtstoff. Als ich dann allerdings meine Hose runter lasse und ihr meinen Jonny in voller Pracht präsentiere, ist sie nicht mehr so begeistert.

“Ey, was soll das denn? Ich bin doch nicht deine Nutte oder so.”

“Noch nicht” grinse ich sie an.

“Du bist ja richtig fiiies. Warum sagst du so was?” Und sie fängt an zu heulen. Ma-a-ann, da habe ich mir eine angetan. Aber man hatte ja auch mal eine Mutter, die einem so was wie Anstand beigebracht hat. Ich nehme sie also in den Arm, tätschle ihr den Rücken und lasse den üblichen Kram ab: “Hey Kleine, so war das doch gar nicht gemeint. Bin nur irgendwie gut drauf und…äh…ich dachte du bist cool drauf…Wein bitte nich mehr is doch alles gut.”

Sie schluchzt sich aus und ich stehe einfach stumm da und halte sie. Aber hey, soo schlecht fühlt sich das gar nicht an. Ich ertappe mich dabei, wie mein Mundwinkel nach oben zieht und ich dämlich grinsend mit geschlossenen Augen da stehe, mit ner Mieze im Arm. Verdammt jetzt werd ich auch noch sentimental.

“Noch schniefend taucht sie aus meiner Brust auf, sieht mich mit roten nassen Augen an und sagt: “Du kannst ja richtig süß sein.”

Süß, dumme Nuss! Natürlich zerstört sie alles, was für eine Sekunde wirklich Bestand hatte. “Willst de auch ma an meim Pfeichen ziehen?” Und mit dem dämlichen Klein-Mädchen-Grinsen, dass sie wieder gefunden hat, guckt sie mich an und hält mir ein ordentliches Crack Pfeifchen unter die Nase. Ja hallo, dafür vergisst man schnell mal alles, um danach alles wieder zu vergessen.

Der Sekundenkleber für gestorbene Herzen, leider nicht so haltbar.

Schön weggedriftet liegen wir da, sie in meinen Armen. Es fühlt sich an, als lägen wir auf Wolken. Wir versuchen auch hinunter zu schauen, rennen uns dabei aber nur die Nase an. Ich weiß nich, wie lange wir da liegen. Noch nicht einmal ihr blödes Gelaber stört mich. Ich lache sogar darüber. Scheiße was so´n Stoff alles schafft. Aber dann, irgendwann ist es auf einmal vorbei mit dem paradiesischen Gefühl. Auf einmal merke ich wieder was sie für eine Scheisse labert und es erscheint mir, als wäre es noch gequirlter als vorher. Sie guckt auch nich so glücklich aus der Wäsche. Will sich in meiner Brust vergraben, aber mir is so gar nich mehr nach eititeiti. Noch nich ma ficken würd ich die jetzt. Oh scheisse, wo werd ich die nur los? Wohin kann ich mich ma auflösen, um dieser ganzen Wixe aus dem Weg zu gehen? Würd mich am Liebsten in den Himmel hängen und den Engeln beim Sonne schälen behilflich sein. Könnte auch das Höllen Feuer schüren, je nach Wahl. Vielleicht verkaufe ich auch meine Seele, um noch einmal in diesen Genuss der Vollkommenheit zu kommen. Fuck bin ich weich im Hirn!

Wo ist die Kleine denn hin? Was klebt da so? Alter scheisse! Hat die mir voll auf den Teppich gekotzt. Miese Drecks Muschi! Na die kann jetzt dran glauben! Ich finde sie vor dem Klo kniend und sich krümmend, um ihren Mageninhalt dem Porzellan Gott anzuvertrauen. Ich ziehe ihren Rock hoch und muss mir noch nicht einmal die Mühe machen, ihren Slip runter zu reissen, denn sie hat gar keinen an. Sie ist am würgen und ich sie von hinten am Stoßen. Immer fester, weiter jawohl die dumme Möse, kotzt die meinen Teppich voll! Der werd ich´s zeigen, der reiß ich die Fotze richtig auf. Die schreit noch nicht mal. Wer kotzt kann nur rülpsen. Ob die überhaupt was merkt? Na aber jetzt bestimmt das Miststück. Ich besorge es ihr gerade mit nem Basie, den ich ihr bis zum Anschlag reinschiebe. Die scheint es echt nich mitzukriegen. Umso besser. Obwohl ich sie schreien hören möchte. Das Drecksluder soll winseln. Ich reisse sie also vom Klo weg auf den Boden. Da liegt sie, das ganze Maul mit Kotze beschmiert, der Baseball Schläger hängt ihr noch halb aus´m Arsch. “Ey du Schlampe” schnauze ich sie an. “Was fällt dir ein meinen Teppich voll zukotzen?” Ich stehe über ihr, mit meinen Schuh auf ihrem Gesicht. Sie stöhnt darunter hervor, dass es ihr leid täte und das nur das Crack Schuld war… Aber das interessiert mich nicht. Niemand kotzt ungestraft meinen Teppich voll! Ich ziehe ihr den Basie also mit einem Ruck aus dem Arsch und vergesse total den Nagel, der vorne drin steckt. Sie schreit laut auf, verstummt aber direkt wieder, als sie mich sieht, wie ich über ihr stehe. Ich sehe nur noch wie ihr Mund und Ihre Augen sich zu Tellern weiten aber es gelingt ihr nicht mehr einen Laut von sich zu geben. Denn vorher schmettere ich ihr den Basie mit dem Nagel voran mitten in die Fresse. Ich höre es nur knacken und dann sehe ich das Blut spritzen. Es klatscht mir mitten ins Gesicht und ich kann den Eisen Geschmack des Blutes schmecken. Ich wische mir den Scheiß vom Gesicht und beginne sie wieder zu bearbeiten. Nach dem 2. Schlag rührt sie sich schon nicht mehr aber ich schlage weiter. Bis ihre Knochen nur noch Brei sind, aus allen Löchern treten ihre Gedärme und Innereien hervor. Das Gehirn ist über den ganzen Teppich verteilt… Blöde Fotze! Muss die auch meinen Teppich voll kotzen.

“Miau” meine kleine Katze streicht mir ums Bein. Gerade mal 2 Monate alt. Sie schwänzelt zu dem Rest von dem, was mal Mädel war, schnuppert und beginnt dann unter lautem, wohligen Schnurren ihr Gehirn zu verspeisen. Ich hocke mich neben sie und kraule ihr die kleinen flauschigen Öhrchen. Ich ertappe mich wieder dabei, wie mir der Mundwinkel in die Höhe schnellt und ich wieder mit geschlossenen Augen und sau -dämlichen Grinsen da hocke, mein Kätzchen streichle, zwischen den Resten einer kleinen Schlampe.

War doch kein so schlechter Tag heute.

Lithium

Holger Morbach
(Künstler: Holger Morbach)

Heute ist ein guter Tag! Endlich, endlich sind sie zu mir gekommen! All die Zweifler, all die Unker, „…niemals werden sie zu dir kommen du Loser… „ Wie hass ich sie! Wie hab ich darauf gewartet es ihnen zu zeigen! Und nun… nun endlich ist es soweit!

Mundwinkel die sich zu den Ohren strecken und Lippen die sich lustvoll und wissend kräuseln. So schaut es mir entgegen, dieses Bild im Spiegel. Wie oft hab ich es gescheut, hielt alle Luken geschlossen, nur um ihm nicht zu begegnen. Kurz vorm Bersten bin ich dann, aber nur ohne Licht. Nicht mal im Augenwinkel durft ich ihn sehen. Wie schnitt er mir Grimassen, irrsinnige Fratzen huschten in mein Auge. Die Augen aus den Höhlen tretend, ihre Ringe dunkel und tief, heben das irre weiß der Augen in reizvolles Licht. Die Haut flieht in alle Richtungen, zieht sich zurück so weit sie nur kann. Hängt an den Knochen runter wie schmelzendes Karamell. Aber durchzogen von Pech und Schwefel und den Brocken der Hölle. Die Mundhöhle riesig aber ohne Lippen und so ruinös. Einzelne Stümpfe recken sich darin empor als wollten sie dem pestillenzartigen Meer trotzen, was sie umgab. Für ein Insekt müßte diese Mundhöhle erscheinen wie der Eingang ins Fegefeuer der Verdammten.

Als wärs nicht schlimm genug wie´s ist, verhöhnt mich dieser Spiegel noch. Eine züngelnde Fratze, die nur darauf wartet mich in ihre Fänge zu bekommen. Erst versteckt sie sich, will mich locken. Wag ich mich einen Schritt näher ran, springt sie mir entgegen, haut mir fast ihre inzestuösen Hauer in den Arm. Aber ich bin entwischt, bisher noch immer.

Aber heut hab ichs getan. Hab mich endlich befreit von dieser Teufelsfratze. So schrecklich sie wahr, sie hatte mich in ihrem Bann. Ich huldigte ihr, konnte nicht ohne sie, noch weniger mit ihr. Hielt sie sich einen ganzen Tag versteckt, verlangte es mir nach ihr. Wollte wissen, welche Quälerei sie heute für mich übrig hatte. Ich wollte dieses Schrecken sehen, dieses grausame Gefühl dabei verspüren.

Mein täglicher Tritt tief in die Eier. Dieses Gefühl, wenn sich der Unterleib zusammenzieht wie ein schwarzes Loch, dann dieser eisig schwarze Strahl, der sich von der Leibesmitte in all meine Glieder hinein frisst. Hier riß es mich immer zu Boden. Kroch dann stets in meine Ecke und krümmte mich dort in völliger Leere.

Aber wie wunderbar ist diese Qual des Körpers, im Gegensatz zu der erbrarmungslosen Grausamkeit der Gedanken. Hilflos seh ich zu, wie sie mich gefangen nehmen, mich fesseln und geißeln. Ziehen die Stricke immer enger, wie oft versiegte mir die Luft. Das Ringen nach Atem, ein japsender Kampf um ein wenig Luft in der Brust. Höher und höher versuche ich zu kommen, doch oben wird die Luft dünn. Aber unten erstickte ich doch. Was sind das für Gefechte, mündeten in schreiendem Schluchzen. Zum Weinen fehlt mir das Maß. Aber bis es endlich aus mir heraus… wie endlos lang gehen die Stunden, in denen die Luft dünner und dünner wird. Dafür der Hirndruck größer und dichter.

Wie sehr liebte ich da die Grausamkeit dieses Spiegelbildes. Diese Tätlichkeit, die man fassen konnte. Da war endlich was, da war was, was schlimm war. Nicht nur das, es war grausam, qualvoll und für jeden verständlich. Es war mir gegönnt mich dann schlecht zu fühlen, endlich durfte ich kaputt sein, völlig zerstört für einige köstliche Minuten.

Aber ich habe es doch geschafft, mich zu befreien. Todesmutig hab ich ihn von der Wand geholt, diesen Spiegel des Grauens. Die siegessichere Fratze reckte mir ihre Zunge in Abscheu und Hohn entgegen. Aber ich ließ mich nicht beirren. Rannte nicht in die Ecke um mich zu krümmen vor Schmerzen. Ich hielt sie fest, hob sie empor, sah nun SIE ungläubig und angstverzerrt. Fassungslos den Mund zum Schrei formend aber bevor ein Laut ertönen konnte, kam das Splittern und Bersten. Das Glas zersprang in 1000 Teile, flog in alle Ritzen. Ein letztes Aufbäumen. In jedem Splitter fand sie sich ein letztes Mal wieder. Den Mund zum stummen Todesschrei verzogen, die Augen aus den Höhlen quellend, die Haut blau vor berstendem Druck… und dann war sie fort. Endlich! Und endgültig!

Erst stand ich da, in Siegespose. Den Mund zum hämischen Grinsen verzogen. Absolut erhaben und stolz darauf, doch im nächsten Moment…. als würde mir etwas den Magen aus dem lebendigen Leibe reißen. Jetzt taumelte ich doch noch zu Boden, doch kurz vorm Boden war der Magen zurück, erfüllte mich mit wohliger Wärme… ooh süßes Kribbeln, klingst sanft aus der Ferne. Aus längst vergangenen Tagen kommst du hervor. Fast nur wie im Traum, weil´s seit Jahrzehnten vergangen. Aber mein beseeltes Grinsen sprach die Wahrheit.

Denn sie waren da! Aufgetaucht aus den Untiefen des Seins. Wo sie hockten im verschollenen, längst tot geglaubt. Nun waren sie auferstanden. Meine Freunde. Meine Seelenfreunde. Erfüllten mich, komplettierten mich, mein Rudel war gefunden. Keins das mich ewig ausstößt, weil ich nicht zu ihnen passen wollte. Den besseren, den so ANDEREN. Wie bemitleideten sie mich, weil ich anders war. Wie gutmenschlerisch sie sich mit mir abgaben, aber nie echt, immer nur im Schein. Und jetzt spuck ich auf sie, rotze ihnen meine Abscheu mitten in die fiesen Fressen. Weil ich sie nicht mehr brauche, ihr hohles Mitleid nicht mehr nötig hab. Endlich komplett bin mit den Meinen.

Denn sie hatten die Idee den Spiegel zu zerstören, mich abzuschneiden von allem Schlechten, Toten und Vernichtenden. Sie versprachen mir, diesen Schmerz nie wieder zu brauchen. Das aller Schmerz nun vorbei sei, für immer vorbei…bei…bei

Dankbar streckten sie mir die Hände entgegen, nahmen mich sanft bei der Hand, führten mich an einen Ort voll Licht und Meer.

Sie gaben so viel und wollten so wenig. Den unterdrückenden Spiegel nahmen sie mir, diese verhassten mitleidigen Menschen meines irdischen Lebens und alles Tote was an mir hing. Mit Wonne rasierte ich mir alles Haar vom Körper. Mit bittersüßen Schmerzensqualen zog ich mir alle Nägel. Einzeln riß ich Finger um Finger und Zehe um Zehe die Nägel aus dem Fleisch. Das Blut rann mir in Strömen von den Händen. Kleine Fleischfetzen spritzten auf den Boden und selbst als ich meine Stumpen mit der Kneifzange aus der Mundhöhle zog konnte der Schmerz mich nicht vom Lächeln abhalten. Tränen rannen von meinen Wangen, vermischten sich am Kinn mit dem Blut und Speichel der mir aus dem Mund troff.

Hier stand ich nun und war ich endlich frei…ei…ei… Frei von diesem Ballast der Realität. Oh süße wohlige Freiheit, wie dankbar lächelte sie mir entgegen. Umschart von allen meinen Seelenfreunden. Sie schlossen mich herzlich in ihre Mitte, flüsterten mir zu, nun endlich mit mir vereint zu sein, von niemanden mehr gestört und so endlich zu dem werden zu können, was mir bestimmt ist.

Kommt nur ihr Zweifler – schaut mich an. Wie vollkommen ich nun bin. Wie gut es ist von allem Wirklichen befreit zu sein.

Was ist das? Ein dumpfer Schmerz in meiner Brust. Saß hier nicht grad noch das Herz? Ein Phantomschmerz?! Wer braucht schon ein Herz? Dieses hinderliche Stück Emotion. Denn sie ist fort! Endlich ist sie fort, die grausame Liebe. Immer schon hab ichs gewußt, dass sie nur mein Folterknecht ist, niemals die gute Fee.

Werde was du bist, mit dem was du hast. Ich bin nun alles, nur mit mir, in mir und mit all diesen Teilen, die mich zum Übermenschen machen. Weil ich sie nicht brauche, nie wieder nötig hab, einzig mit mir vollkommen bin. Aber was… was hast du gesagt? …. warst du das? Oder ich? Wer hat gesprochen? Welche Stimme… was …. ich… nein…. aber… kann ich denn… bist du dir sicher….? Ganz sicher….? Skrupell? Nein… viell… ja du hast ja recht… keinen Grund gibt’s dafü… dann gib sie schon her… glänzende Klinge…. Sei ruhig jetzt… hören dich sonst… da… ein Fenster offen… ob ich doch?.. ok ok ja…. ein Sprung noch dann…

Ein Hieb ein gellender Schrei, Augen die vom Todeskampf erzählen und jene die von Mordgier berichten. Die vor Blutdurst nur so glitzern, glänzen, auf und ab tanzen. Die Klinge sausst hinauf und hinab. Hieb in das Fleisch, riß es heraus, würgte es wieder hinein. Das Aufbäumen der Körper, die mit letzten Kräften Rettung suchen aber … vergeblich. In den Augen der Opfer glänzt noch der Schrecken der Fassungslosigkeit, doch wird jäh von der Glanzlosigkeit der Leblosigkeit abgelöst. Geschunden liegen sie da, diese zerfledderten Leiber. Haut- und Fleischfetzen zieren Boden und Tapete. Knochen knacken unter den Füßen. Ein Finger streicht genüßlich durch das Gemetzel. An ihm bleibt ein Stückchen Herz hängen und landet unter wohligem Schnurren im schmatzenden Mund.

Oh wie köstlich… ein Mal der Götter… wie kann ich Euch vergelten… was sagt ihr? … es wird noch viele geben?… Ihr haltet was ihr versprecht… Schmerz wird nur noch von mir ausgehen… nie wieder in mir ein Zuhause finden… danke ihr Seelenfreunde………………..

 

 

 

Ich mag es – ich bin nicht kaputt

Ich vermisse dich – ich bin nicht zerstört

Ich liebe dich – ich bin nicht verloren

Ich töte dich – ich bin nicht gestört

 

Pennyroyal Tea

BVH4
(Künstler: Holger Morbach)

 

Habe mich in meiner Höhle verkrochen. Nur hier fühl ich mich sicher. Draußen tobt das Leben, es schreit mir regelrecht zu. Ich will´s nicht hör´n! Kann´s nicht mehr hör´n!

Vollkommen allein. Nur so will´s mir recht sein. Menschen. Familie. Freunde. Sie widern mich an! Was aller Welt Halt gibt, bietet mir nur den Strick.

Lügen, Intrigen, Verrat, Neid, Macht, Gier, Faulheit, Emotionslosigkeit, all diese Homo Faber. Hab´s satt deren Defizite auszugleichen. Hab´s satt für sie zu fühlen. Könnt kotzen, wenn ich bloß an sie alle denk´.

Bin wie ein Junkie, der sein Verderben kennt und es sich jeden Tag auf´s neue holen muss.

Verhungere, verdurste, erfriere, erstarre, verliere alles was mal schön war im Leben. Hab´s schon längst verloren.

Kauernd in meiner Ecke. Heißer Pennyroyal Tee. Von hier schau ich raus. Friedlich ist´s da. Natur lebt vor sich hin. Von all dem Leid nichts wissend, erschlägt sie mich mit unbändigem Leben. Erinnert mich wieder an meine Schmach. An mein unstillbares Leben. Pumpendes Blut in meinen Adern, gehorsame Synapsen führen jeden Befehl aus. Sehn mich nach Ruhe, nach Schlaf, unendlich viel Schlaf! Das die Verantwortlichkeit endlich aufhört! All dieses Elend, wer soll´s ertragen? Wer könnt´s ertragen? Wann nur ist´s überstanden?

Hät so schön sein können, dies leidige Leben. Hät fleißig sein können, hät´s zu was gebracht. ´s hat nur die Richtung gefehlt. Die Hand, die mich ein Stück führt. Anstatt lauf ich durch Scherben. Verwand fühl ich mich dem Mob, nicht „Meinesgleichen“. Das weitet den Blick, doch Wert hat´s keinen. Aber verstehen kann man, nur satt wird man nicht von. Leonard Cohen kann´s, aber den gibt´s schon.

Schwer sind mir die Augen und die Glieder. Schwer liegt mir der Kopf auf den Schultern. Sehn mich nach tiefem Schlaf. Mein Körper dürstet danach, doch mein Geist dreht sich wie wild. Ein Gedanke jagt den nächsten. Der Verstand versucht zu schlichten, aber es ist unmöglich. Er will am Leben erhalten was längst zum Tode verdammt ist. Der alte Ego ist schlauer, war er schon immer. Hat die besten Argumente, da machst de nix!

Im Kopf ist´s düster, schwärzeste Nacht. Kein Licht scheint mehr durch, alle sind sich einig. Noch tut´s weh, ja es zerreist mich schier. Tonlos reiß ich den Mund zum Schrei auf. Es erstickt mich, steckt zu tief, steckt zu fest. Mir versagen die Knie. Fall zu Boden. Kraftlos hock ich da. Tränen füllen meinen Kopf. Noch schwerer fällt er mir nach vorn.

Schlag die Fäuste auf den Stein, den Kopf im Takt mit. Erst kraftlos und zart. Dann übermannt die Wut die Trauer und die Kraft kehrt zurück. Immer härter werden die Schläge, immer öfter schlag ich auf. Es dröhnt im Kopf, wie in ´ner Kirchenglocke. Der Druck wird unerträglich. Härter schlag ich die Fäuste. Die Hände längst Blut überströmt, angeschwollen, gebrochen. Stärker knallt mein Kopf auf den Stein. Spür nix mehr außer dem Dröhnen im Hirn. Es pocht und trommelt. ´s Leben will raus, endlich raus aus diesem Kerker.

Wut ist ein dankbarer Antreiber. Ihr ist´s egal wenn der Körper rebelliert. Sie peitscht dich weiter.

Kurz vor´m Bersten löst sich auch der Schrei. Die Tränen schießen in Fontänen aus den Augen. Unendlich scheint dieser Schrei. Als könnt er neues Leben entfachen. Weiter schlag ich auf den Boden, bis der Druck endlich entweicht! Ueberglücklich strömt´s Leben aus ihm raus. Endlich erlöst!

Mein Körper liegt da, hingestreckt auf dem kalten Stein. Uebersät mit Blut, Hautfetzen, Knochenteilchen. Hände kann man nicht mehr erkennen. Geschwollene Armstümpfe in denen Knochen stecken.

Der Schädel ist gespalten. `s Hirn tritt raus, Blut sickert draus hervor. Ein Gesicht ist kaum noch zu erkennen. Doch man erahnt wo Mund und Augen saßen. Ein Lächeln zieht sich über´s zersprungene Antlitz, in den Augen der Glanz von schwarzen Sternen.

Endlich hab ich gefunden, was ´s Leben mir wollt vorenthalten.

Polly

Holger Morbach
(Künstler: Holger Morbach)

“Hey, hör ma auf und gib mir lieber das Steinchen.”

……

“Kannst du nich hören?? Ich hab gesagt du sollst aufhören!“

“Was?? Warum denn das jetzt?”

Grunzend steigt er von ihr und bleibt der Länge nach liegen. Sie wird hektisch, zeigt ihm ein angeekeltes Gesicht und fängt an, am Boden ihr Shirt zu suchen. Nachdem sie es übergestreift hat, springt sie auf und nimmt die kleine Pfeife, die auf dem verdreckten Tisch steht. Ein alter Glastisch mit Intarsien, dessen Bestimmungsort einst der blaue Salon eines Herrenhauses gewesen sein muss und nicht eine verranzte Bruchbude wie diese. Hier steht er nur zum Zweck und erlebt den sozialen Abstieg. Leere Bierflaschen, gefüllt mit Zigarettenstummeln, Papierfetzen und Flüssigkeitsresten. Ein brauner Sud, der nicht nur in den Flaschen zu finden ist. Ebenso wie der Dunst aus den Flaschen, riecht der Teppich. Überall liegen Essensreste herum, leere Pizza Kartons und angeschimmelte Reste in Dosen. Der schlimmste Gestank aber, wird wohl von den Fisch Dosen in den Sorten „Mexico“ und „Tomato“ verströmt. Der penetrante Geruch von frischem Fisch ist sicher jedem ein Begriff aber der von vergammelten 3 Wochen alten Fisch kann man sich nur vorstellen, wenn man sein übelstes Geruchserlebnis zum Quadrat potenziert.

Aber die Personen im Raum interessiert das nicht.

Ihn interessieren nur ihre Möse und sie hat nur Augen für die kleinen weißen Steinchen, die in Alu auf dem Tisch liegen. Sie scheinen auch optisch aus diesem Raum heraus zu strahlen. Alles ist belegt von einem grauen Gelb, verursacht von Nikotin und zu wenig Sauerstoff. Doch der Stoff ist behütet wie ein Stück Gold. Kein Staubkorn dürfte sich darauf legen, ohne bemerkt und vertrieben zu werden. Alle Flüssigkeit wird sorgsam davon ferngehalten.

Sie hält die Pfeife vor sich und man sieht ein Leuchten in ihren Augen. Ein hektisches, gezwungenes Leuchten, das nicht die Sonne in ihr zeigt sondern den Dämon, der von ihr Besitz genommen hat und alles Leben in ihr ersetzt.

Langsam führt sie nun das Feuer an den Stein und zieht. Gelber Dampf steigt auf. Sie schließt die Augen und als sie sie wieder öffnet, ist das Leuchten verschwunden. Ein Schleier hat sich über die Pupille gelegt und es scheint als sei jeder Wille aus diesem Körper entwichen.

„So kannst de jetzt bitte ma weiter machen.“ Schnauzt er sie an. Sie liegt nur da und rührt sich nicht. Es scheint, als habe sie ihn nicht gehört. Als sei er gar nicht in ihrer Welt.

Er schüttelt sie, sie stöhnt nur und dreht sich um.

„Baby,“ flüstert er ihr jetzt ins Ohr „komm, du willst es doch auch..“

Langsam rutscht er an sie heran. Sie liegt auf der Seite und er nun direkt hinter ihr. Langsam dringt er in sie ein, legt die Hände auf ihre Brüste. Sie stöhnt etwas und er sagt nur leise „ich mach gar nix Baby… ich mach gar nix.“

Als er fertig ist, greift er auch zur Pfeife und zündet sich einen Stein an. Nach einem tiefen Zug legt er sich zurück und lässt die Rauchschwaden an sich vorbei ziehen.

Sie kommt langsam zu sich. Taumelnd hält sie ihre Hand in Richtung Pfeife. Er reicht sie ihr, bereits fertig, so dass sie nur noch zu rauchen braucht.

„Hey Süße,“ sagt er „übrtreibs´ nich mit der Raucherei, das tut dir nich gut.“

Sie nimmt seine Worte gar nicht wahr.

Er kommt wieder zu ihr, legt seine Hand zwischen ihre Beine.. „Laß mich in Ruhe.“ Nuschelt sie.

„Hey Baby, du weiß doch genau, dass ich nur das will, was du auch willst. Ich bin nicht einer von diesen. Ich meins ehrlich mit dir.“

„Ach weißt de, das is mir egal. Mir is eh alles egal. Das Leben langweilt mich einfach! Du langweilst mich!“

„Jetzt schon?“ Grinst er sie an. „Wir ham uns doch erst gestern kennen gelernt.“

„Ach halts Maul!“

Er umarmt sie, küsst sie und rollt sich auf ihren Körper.

„Geh runter, mir tut der Rücken so weh.“

Seufzend steht er auf und geht ins Bad. Er pisst, wobei nur die Hälfte in den dafür vorbestimmten Ort gelangt. Der Rest verteilt sich auf Boden und dem Porzellan.

Als er zurück kommt, liegt sie unverändert da. Er legt sich neben sie.

„Baby weißt du, das Leben is schon echt ein großer Scheißhaufen. Ich hab einfach kein´ Bock auf diese Scheiße da draußen. Wozu soll der ganze Fuck gut sein? Was hat das Leben außer dem Rausch? Ficken und Drogen sind die wahre Erfüllung.“

„Wie Recht du hast.“ Sie lächelt müde. Dann rafft sie sich auf.

Hämisch grinsend beugt sie sich über ihn. Er sieht gerade noch ihr Gesicht, bevor sie sich an seinem Schwanz zu schaffen macht. Stöhnend lehnt er sich zurück. Nur halb nimmt er wahr wie sie sich auf ihn setzt, ihre langen Nägel in seinen Brustkorb bohrt und sich auf und ab bewegt.

„Oh Baby jaaaaa, ich wusste du hast einen Instinkt.“