Süßes

Du liegst mir auf der Zunge,
Genussvoll schmeck ich dich.
Als wenn ein Vöglein sänge,
So herrlich fühl ich mich!

Ach könnt ich dich verpacken
In rosa Bonbon Papier.
Würd dich in mein Kästchen stecken,
Und hät dich immer hier.

Deines Herzen Süße,
Dein Geist so klar und rein,
Das Rauschen Deiner Güte,
Ich wünscht es wär für immer mein!

Für Dich

So wie die Wurzeln einer hundert jährigen Eiche

So stark, wie die Mauern einer ehernen Festung

So sicher und fest verankert fühl ich mich bei Dir

Welcher Sturm auch kommen mag

Und wie tief die Sümpfe der Seele auch sein mögen

Mit Dir an meiner Seite blicke ich all dem mit Zuversicht entgegen

All das Leiden, dass meinen Körper vergiftet hat

Und die dunklen Täler durch die ich gewandert bin

Haben ihren natürlichen Feind endlich gefunden

Nämlich Dich!

Kleine Welt

Eine kleine Welt,

Allzeit gezeichnet vom Mangel an Glück,

Erstrahlt nun in neuem Licht.

Zufriedenheit spricht nun aus ihr

Und die Sonne strahlt jetzt auch an dunklen Tagen.

Ein Herz das fast schon erkaltet,

Beginnt nun innerlich zu glühen.

Noch schwach und zaghaft zwar,

Doch bringt es die Hoffnung zurück.

Ein glückliches Hoffen weilt nun darin.

Unbeeindruckt von der Verzweiflung,

Glaubt es an sein großes Glück!

Nichts

Angekommen im Nichts,

öffne voller Erwartung die Tür

und finde nichts.

Empörung übermannt mich!

Hin alle Hoffnung.

Wo nur such ich mich?

Hab mich längst verloren.

Kann´s nicht glauben.

Suche was verloren,

anstatt bloß zu finden.

Tappe also weiter im Nichts.

Wo kann ich mich nur finden?

Rehab

“Ich soll was?” Mein Mund entgleitet mir, meine Augen weiten sich. Mit offenem Mund schaue ich meinen Therapeuten an und kann nicht glauben, was er mir da gerade vorschlägt. Oder eher, was er von mir fordert.

“Ich möchte, dass Sie sich in einen Entzug begeben!” Mit strengem Blick schaut er mich an. Er entweicht nicht meinem Blick, seine Augen durchdringen meine. Ich halte seinem Blick mit all der Wut die ich gerade in mir habe, Stand. Aber er gewinnt. Nrevös starre ich auf meine Hände, deren Finger sich ineinander verknoten und in sich verwühlen wie ein Lindwurm. 

Das kann einfach nicht sein Ernst sein! Ich in den Entzug? Warum? Es läuft doch alles gut. Ja, ok, ich bin oft ziemlich am Ende mit meinen Nerven, liege am helllichten Tag im Bett um in die Kissen zu weinen und zu schreien. Aber ich komme doch immer wieder auf die Beine. Ja gut, dafür brauche ich oft jede Menge Tabletten und ich kann mich kaum erinnern, wann es mal einen Tag gab an dem ich keine Tabletten genommen habe, aber ich nehme doch nie so viel. Wenn ich an Christiane denke und wieviele Tabeletten sie geschluckt hat. Täglich. Dagegen bin ich doch ein Waisenkind. Was soll ich denn in einem Entzug? Zwischen all den bekloppten Junkies. 

Mein Hirn läuft auf Hochtouren und sucht krampfhaft nach Argumenten, die ich ihm entgegenschmettern kann. ICH BIN KEIN JUNKIE!

“Jetzt schauen Sie doch mal.” Beginnt er, nun mit einer versöhnlichen Stimme.

“Sie sind seit Monaten mit den Nerven runter. Zwischen den wenigen Hochtagen liegen so viele tiefe Tage. Sie haben sogar angefangen sich zu ritzen…”

Wieder reisse ich die Augen auf. Was hat DAS denn jetzt mit den Tabeltten zu tun? Und überhaupt, ich nehme die Tabeletten doch nur wegen meinen schwachen Nerven. Ich bräuchte die gar nicht, wenn meine Nerven und mein Körper nicht so schwach wären.

“Wissen Sie noch warum Sie hierher gekommen sind?”

Beschämt schaue ich zu Boden

“Keine Ahnung!” Erwidere ich trotzig, obwohl ich genau weiß warum.

“Es ist doch kein Wunder das ich so fertig bin! ich hab mein Baby verloren! Natürlich geht es mir da eine ganze Zeit lang schlecht. Und da brauche ich eben auch was, dass mir all diese bösen Gedanken und diese Schmerzen nimmt. Aber das dauert doch nicht ewig. Das geht von ganz alleine wieder vorbei, das weiß ich sicher!”

“Schauen Sie im Entzug hätten Sie Zeit zu sich zu kommen. Sie könnten sich von dieser schwierigen Zeit, die sie hatten, erholen. Das wäre doch ein großer Gewinn?! Natürlich braucht es Zeit über ein solches Trauma hinweg zu kommen, aber das geht doch am Besten mit Hilfe”

Verdammt, dieser Gedanke ist tatsächlich nicht so abwegig. Aber ich will nicht in so eine verdammte Klinik!

Rrrrrrring. Mist mein Telefon. Wer kann das jetzt sein? Hektisch greife ich nach meiner Tasche und wühle darin nach meinem Handy. Mist, Portemonaie, Taschentücher, ein Buch, Lippenstift aber wo ist das Handy? Hinter 5 alten Rotzfahnen hat es sich versteckt. Ich packe danach und hole es heraus. Es ist mein Dad. Den kann ich nicht wegdrücken. Er ruft eh so selten an. Ich gehe dran und sehe im Augenwinkel die rollenden Augen meines Therapeuten.

“Hey Dad”

“Mein Mädchen, wie geht es Dir?”

“Gut Dad danke, ich bin gerade bei meinem Therapeuten und…”

“Ach bei dem Quacksalber. Lass Dir von dem bloß keine Dummheiten einreden. Das ist doch alles Quatsch was diese Hirnwäscher einem alles einreden wollen. Du bist gesund mein Mädchen! Du hast doch alles was Du wolltest. Erfolg, Menschen die Dich lieben, eine tolle Wohnung. Was will er Dir denn erzählen hä? Das Du krank im Kopf bist? So ein Schwachsinn! Du bist völlig in Ordnung genau so wie Du bist! So und jetzt sag das diesem Heini genau so und und hau da ab, hörst Du? Lass uns lieber später etwas Schönes essen gehen. Ich wollte Dir noch Phil vorstellen. Der kann Dir helfen da hin zu kommen wo Du schon immer hin wolltest. Das kann so ein Psycho-Heini nicht. Also mein Schatz bis später.”

Er legt auf. Zögernd nehme ich das Handy von meinem Ohr. In diesen kurzen Sekunden die es daurt mein Handy wieder in der Tasche zu verstauen, rattert mein Gehirn auf Hochtouren. Verdammter Entzug, Erholung, Tabletten, nie wieder welche nehmen dürfen, meine Schmerzen und all diese bösen Gedanken die mich oft überkommen. Nie wieder Tabletten nehmen. Verstörte Junkies auf einen Haufen gepfercht, fremde Betten, fremde Gerüche, Schwestern, Ärzte, Blut in Kanülen, scheußliches Kantinen Essen, all die verlorene Zeit, nie wieder Tabletten. Nie wieder Tabeletten…. Nein! Nein verdammt! Ich will das nicht! Ich habe keinen Zeit für diesen Quatsch. Ich will meine Tabletten! Ich will sie und ich bin nicht verrückt!

“Also wissen Sie Doc, das ist doch alles gequirlte Kacke die Du mir da erzählst! Du willst nur dieser verdammten Klinik einen neuen teuren Patienten bringen. Aber ich mach da nicht mit. Ich bin vollkommen in Ordnung! Ich hab nur manchmal schwache Nerven aber deswegen bin ich kein schlechter Mensch! Ich bin sogar ein guter Mensch! Viel besser als die meisten anderen. Schauen Sie sich doch all die Psychopathen im Bundestag an. Denen würde auch niemand empfehlen in den Entzug oder in die Klappse zu gehen. Obwohl die wirklich Menschen schaden. Aber ich? Was tu ich schon anderen Menschen? Gar nichts tue ich denen außer Gutes. Also stecken Sie sich ihren verfickten Entzug an den Hut und lassen mich in Ruhe!”

Ich springe auf, fast falle ich vorn über vor lauter Energie die mich nun nach vorne treibt, und rausche aus dem Zimmer. Die konsternierten und traurigen Augen meines Therapeuten fallen mir erst viel später ein. Und sie werden mich noch verfolgen.

Aber für diesen Moment ist mir das egal. Ich will nur hier raus!

Wenn

Wenn ich nur könnte wie ich wollte,

Wären Sorgen von einem anderen Stern.

 

Wenn ich nur könnte wie ich sollte,

Wären mir die Menschen nicht so fern.

 

Wenn ich nur wollte was ich könnte,

Das Leben könnte so einfach sein.

 

Wenn alles wäre wie es sollte,

Müsste Leichtigkeit kein Traum mehr sein.

 

Ohne Sorgen 

Ohne Fremde

Ohne Müssen und ohne Träume

Wie schön könnt´s sein!

 

Wenn Sorgen kommen, um mich von Schwerem zu trennen,

Wenn Fremde erscheinen, um mich zu erkennen,

Wenn Schweres mich ereilt, bloß um mir Stärke zu geben,

Dann könnt ich mein Leben nicht nur träumen,

Sondern leben!

Ich stolpere blind

Meine Lunge sie brennt

Mein Geist schreit laut

Mein Herz das rennt

Vor dem Morgen mir graut
Ich wünsch mich an’s Meer

Ich wünsch mich weit weg

Ich fühl mich so leer

Ich fühl mich wie Dreck

Was soll nur werden

Was stell‘ ich mit mir an

Ich wünscht ich würd sterben

Aber ich hab’s nicht getan

Es muss weitergehen

Ob ich will oder nicht

Wir werden schon sehen

Was das Leben uns verspricht

Liebe ist…

Schmerzvoll und unerbittlich ist sie,

Aber auch wundervoll und himmlisch.

Sie lässt uns der Sonne entgegen schweben,

Aber sie verbrennt auch und tötet.
Sie lässt uns weinen, schreien und flehen

Um uns schließlich mit Glück zu überschwemmen. 

Sie ist gütig und genau so fordernd. 

Es gibt wohl nichts was paradoxer ist in seinem Wirken.
Wäre sie mit Verstand begründet worden,

Sie wäre wohl niemals verabschiedet worden.

Weil sie uns in den Wahnsinn treiben kann 

wie nichts anderes auf dieser Welt.
Jede Waffe die erschaffen wird,

Um sich vor ihr zu wappnen, wird im Keim erstickt.

Denn sie ist die Kaiserin, die keine Feinde duldet.

Und wir alle sind ihre Soldaten, die gewillt sind ihr bedingungslos dienen.